Leitfaden zur Errichtung einer PV-Anlage!
Diese
Checkliste dient für Ihre Planung. Sie erhebt keinen
Anspruch auf Vollständigkeit und ist je nach örtlichen
Gegebenheiten unterschiedlich.
Mit einer Photovoltaik-Solaranlage,
kurz PV-Anlage, wird Strom aus Sonnenlicht erzeugt. Die
Bundesregierung unterstützt die verstärkte Nutzung
regenerativer Energien und setzt zunehmend auf die
Solarenergie.
Voranmerkung:
In der Regel sind
Solaranlagen genehmigungsfrei, sofern sie an der Fassade, auf
Flachdächern oder in bzw. auf der Dachfläche errichtet
werden.
Hinweis: Bitte erkundigen Sie sich bei der
Planung einer Photovoltaik-Anlage bei der zuständigen
Bauordnungsbehörde nach bestehenden Vorschriften hinsichtlich
der Genehmigung der Anlage.
1. Ausrichtung der Dachfläche
und Flächenbedarf
Sie benötigen ca. 10m²
Fläche um Solarzellen mit einer Leistung von 1kW zu
installieren. Die Dachausrichtungen sollten von Südost bis
Südwest und Dachneigungen zwischen 10° und 50°
haben, damit mindestens 95 % der maximalen Energieausbeute erreicht
wird. Auch sollten keine hohen Bauten oder Bäume Schatten auf
die Solarfläche werfen, dies reduziert den jährlichen
Ertrag gerade in den Wintermonaten erheblich. Eine optimale Nutzung
der Strahlungsenergie ergibt sich mit der Montage der Module auf nach
Süden ausgerichteten Dächern mit einer Dachneigung von
45°.
2. Produktion
Je nach Region in der das
Objekt geplant ist, kann mit einer jährlichen Solarstrommenge
von ca. 700 - 1300 kWh pro installiertem kW gerechnet werden.
Bei
einer Anlage von 2,4 kW liegt der Wert für die jährliche
Stromernte zwischen 1680 und 3120 kWh ( Flächenbedarf
19,5m²).
Der Strombedarf für einen 4-Personenhaushalt
liegt bei ca. 3000 - 4000 kWh.
3. Vergütung
Die
Vergütung des erzeugten Solarstromes ist gesetzlich durch das
EEG
geregelt. Wer noch in 2004 eine Anlage auf seinem Dach errichtet
hat, erhält eine Vergütung von 54,7 ct je kWh. Die
Vergütung wird 20 Jahre von dem Stromnetzbetreiber, z.B. ENNI,
an den PV-Anlagen-Betreiber gezahlt. Unabhängig vom eigenen
Stromverbrauch wird die Vergütung für den erzeugten
Solarstrom gezahlt.
4. Kosten
Die
Investitionskosten für PV-Anlagen schwanken zwischen 4000 - 5500
EUR (netto) inklusive Installation je installiertem kW. Für die
Errichtung einer 2,4 KW Anlage fallen Kosten zwischen 9.600 und
13.200EUR an. Unterstellt man eine Stromerzeugung von ca. 800 kWh pro
installiertem kW, dann werden jährlich 1920 kWh * 57,4 Ct/kWh =
1.102 EUR erlöst. Und das 20 Jahre lang!!
5.
Technik
Es gibt zwei Arten von Solarzellen,
multikristalline und amorphe Zellen. Die Amorphen sind die preislich
günstigeren Zellen, haben aber weitaus weniger Stromausbeute
(Wirkungsgrad)
und kommen deshalb nicht in Frage.
Die erwartete Lebensdauer
von Solarmodulen liegt heute bei weit über 25 Jahren. Aus diesem
Grund ist eine einwandfreie Montage wichtig, damit keine Schäden
bezüglich der Haltekonstruktion oder der elektrischen
Verdrahtung auftreten und so ein langfristiger Einsatz der
Solarmodule möglich wird. Aus diesem Grunde sollte die
Installation von Fachleuten vorgenommen werden.
Informationen
über den Anschluss an das Versorgungsnetz gibt Ihnen ihr
Stromnetzbetreiber.
6. Förderung und Finanzierung
Die
Vergütung für den erzeugten Solarstrom erfolgt nicht aus
staatlichen Steuermitteln. Die Stromnetzbetreiber sind gesetzlich
verpflichtet, die Solarstromvergütung zu bezahlen. Derzeit zahlt
ein durchschnittlicher Haushalt etwa 1 Euro pro Monat mehr für
die umweltfreundliche Stromerzeugung, bezogen auf alle regenerativen
Energiequellen.
Zinsgünstige Kredite werden von der
Kreditanstalt für
Wiederaufbau Kfw (Tel.: 069-7431-0 ) vergeben. Ein
Kredit-Formular der KfW und weitere Infos erhält man über jede
Hausbank.
Einige Bundesländer gewähren staatliche
Zuschüsse, sowie einige Kommunen. Hierfür wenden sie sich
an Ihre kommunale Verwaltung.
7.
Wirtschaftlichkeitsberechnung
Die Wirtschaftlichkeit einer
PV-Anlage hängt von vielen Faktoren ab. Lassen sie sich ggf.
durch ihren Steuerberater beraten.
8. Versicherung
Sicherlich stellt sich die Frage: " Muss die PV-Anlage versichert sein?"
An dieser Stelle lohnt sich der Besuch auf der Internetseite vom Solarenergie Förderverein Deutschland e.V.